Mein Kind: Inklusive Regelschule oder Förderschule?


Überblick Schulsystem und Bildungsgänge in Niedersachsen

Quelle der Grafik: NLQ

 

Anmerkung 1: Eine Schullaufbahnempfehlung gibt es seit dem Schuljahr 2016/2017 nicht mehr! Stattdessen werden Eltern in Beratungsgesprächen über die schulische Entwicklung, Schwächen und Fähigkeiten ihres Kindes informiert. In Niedersachsen ist weiterhin die Elternentscheidung maßgebend - das gilt auch für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

 

Anmerkung 2: Schüler mit erweitertem Realschulabschluss haben ebenfalls die Möglichkeit in die gymnasiale Oberstufe zu wechseln und dort mit dem Abitur abzuschließen.

Wichtige grundsätzliche Aspekte:

 

Inzwischen sind alle Schulen in Niedersachsen inklusive Schulen! Jedes Kind mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf hat die Wahl zwischen Förderschule und inklusiver Regelschule (Ausnahme: Die Förderschulen "Lernen" bestehen nur noch bis maximal 2028)!

 

Ein wichtiges Prinzip des niedersächsischen Schulsystems ist seine "Durchlässigkeit". D.h. bei Leistungen, die von den Vorgaben der gewählten Schulform abweichen, kann in eine passendere Schulform gewechselt werden. Somit ist es möglich auf gute oder schlechte Erfahrungen oder Über- bzw. Unterforderungen entsprechend zu reagieren. Keinem Kind ist gedient, wenn es einerseits unterfordert ist und sich langweilt, oder überfordert ist und merkt, dass es langsam abgehängt wird.

 

Die Entscheidung für Eltern ist sicherlich nicht leicht, aber zu bedenken gilt:

 

a. Sehr viele Abgänger von Förderschulen verlassen die Schule ohne Schulabschluss und haben es im anschließenden Berufsleben kaum eine realistische Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das spricht für den Besuch der inklusiven Regelschule!

b. In manchen Fällen haben Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an Regelschulen keinen Erfolg - sie gehen in den großen Klassen, mit dort an sie gestellten Anforderungen und den vielfach unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten unter. Sie fühlen sich abgehängt und werden - statt integriert zu sein, ausgegrenzt. Das spricht für den Besuch oder Rückkehr in den behüteten Bereich einer Förderschule.